2 Monate die meine Welt veränderten – von einer Weltreise, grenzenloser Freiheit und was sie bewirkten
2 Monate die meine Welt veränderten – von einer Weltreise, grenzenloser Freiheit und was sie bewirkten
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Als ich 2015 meine Weltreise startete, kam ich zwar unerwartet nach 2 Monaten zurück, bis zum letzten Tag der Reise wusste ich aber nicht, dass das passieren würde.

Sprich, ich war bis zur letzten Stunde immer der Meinung, ich hätte noch Ewigkeiten, eine lange und weite Reise vor mir.

Ich hatte genug Geld auf dem Konto um es einige Zeit unterwegs auszuhalten, im Kopf hatte ich mich sowieso schon lange von daheim verabschiedet, zusätzlich hat meine Abenteuerlust auch eine komplett neue Form angenommen!

Das Reisen in Südamerika war ein Reisen das ich so bisher nicht kannte, es ging nicht mehr darum irgendwelche Sehenswürdigkeiten abzuklappern sondern einfach von einem Ort zum nächsten weiterzuziehen wenn man Lust hatte.

Es war alles sehr gechillt, es gab wenig tagtäglich das es abzuhaken gab.

Wenig To Do – eigentlich gar kein To Do wenn ich nicht gerade Bock auf etwas hatte.

Mit meiner Reisebegleitung passte das auch wunderbar, die die mir nicht passten haben sich meist schnell aus dem Staub gemacht, ansonsten ging ich meines Weges.

Im Laufe von erstaunlich kurzer Zeit breitete sich ein Gefühl über mein ganzes Leben und Wesen aus das ich zwar schon kannte, aber bei Weitem nicht in diesem Ausmaß.

Die Freiheit.

Das Gefühl frei zu sein.

Ganz besonders sorgenfrei.

Lake 68Ich konnte tun und lassen was ich wollte, gehen wohin ich wollte, bleiben wenn ich wollte.

Da ich was meinen Alltag, meine Unterkunft, bei der Verpflegung und meiner „Freizeit“-Gestaltung recht leicht zufriedenzustellen bin gab es auch hier nie schlechte Schwingungen.

 

Immer mehr wurde mir klar. Ich darf es sagen. Ja ich war frei. Komplett frei.

Worte die man im Laufe eines normalen Lebens fast nie sagen kann.

Irgendwo gibt es doch immer einen Miet- oder Handyvertrag, eine offene Rechnung, mieses Wetter das die Pläne die nunmal nicht warten können durchkreuzt, ein Haustier das gefüttert werden will, eine halb gefüllte Waschmaschine.

Damals nicht bei mir. Ich konnte endlich nur mehr das Tun.Was.Ich.Wollte.

Und ich war so glücklich.

Es war die beste Zeit meines bisherigen Lebens.

Costa RicaDenn die Reise brachte mich weit weg von zu Hause, aber verdammt nah an mich ran.

Diese 2 Monate in absoluter Freiheit haben verdammt viel bewirkt.

Obwohl es im Endeffekt nur 2 Monate waren, haben sie seitdem jeden einzelnen Tag meines Lebens beeinflusst. Nein nicht nur mein Leben. Mich selbst. Im Ganzen. Meine ganze Einstellung.

 

Viele sagen gib den Menschen Macht oder Geld und sie zeigen ihr wahres Ich, das kann ich zwar nicht beurteilen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass das für die Freiheit gilt.

Wenn du wenn auch nur für kurze Zeit komplett selbstgesteuert, gesellschaftlich-autark lebst kratzt du ganz schnell an dem Kern der dich ausmacht.

Du hörst auf, dich darum zu kümmern was andere denken, umgibst dich nur mehr mit den Leuten die du wirklich um dich haben willst, vertrödelst weniger Zeit mit Nebensächlichkeiten, du schaufelst dein wahres Ich, deine Leidenschaften, deine größten Sehnsüchte zu Tage.

Die die ansonsten begraben, verdrängt und überschminkt sind mit Moralvorstellungen, Statussymbolen, gesellschaftlichen (Un-)Gepflogenheiten und gepflegter Gesellschaft.

Und es beeinflusst nicht nur dein Auftreten sondern ganz besonders dich innen drin.

Peru

Mich hat das Gefühl nach absoluter Freiheit, diese zwei unglaublcih tollen Monate außerordentlich geprägt, haupstächlich merke ich das durch die folgenden Veränderungen und Erkenntnisse:

 Mein Selbstwertgefühl wuchs, bis zur Stufe egoistischer Arroganz

Jedesmal wenn mir jemand erzählen will was für unwichtige Dinge er so im Laufe seines Tages trieb, was er plane vielleicht irgendwann doch mal zu machen krieg ich die Krise.

Ich ertrage es nicht mehr über Themen zu sprechen die mich nicht mehr interessieren, „und dann stand sie auf, sagte das Leben ist zu kurz und ging“ wird man mir wohl noch einige Male erstaunt nachreden.

Mich interessieren Banalitäten nicht mehr. Alltägliche Gespräche fadisieren mich. Ich will Diskussionen führen oder feurigen Monologen lauschen, mit Sarkasmus und Selbstironie hin und herschießen und mir dabei den Bauch halten weil er vor lauter Lachen weh tut. Ich will Menschen in die Augen sehen und diese leuchten sehen, nicht auf Augenringe starren! Ich will mich auch nur mehr mit Menschen umgeben die Geschichten zu erzählen haben!

Langweilige Menschen? Langweilen mich und sind mir meine Zeit nicht mehr wert. Wer sich mit mir unterhalten will muss mir auch einiges bieten können. Egosau? Ja! Aber eine interessante, ich habe etwas zu erzählen. Kann und will dich unterhalten, wenn du es auch bei mir schaffst.

Diese Einstellung stört vielleicht die anderen, aber mich nicht mehr. Handle it.

Kuelap Ruinen

Die Definition von Heimat hat sich verändert

Und zwar komplett reduziert. Auf das mir Wichtigste. Nämlich, eine kleine Handvoll Personen und wenige Gegenstände  an denen mein Herz hängt.

Heimat hat für mich inzwischen nichts mehr mit meiner Meldeadresse zu tun oder Österreich, geschweige denn einem Ort, das einzige Örtliche woran ich allerhöchstens noch das Wort Heimat festbinden würde wäre mein Elternhaus.

Die Menschen die mich noch an- bzw. zurückziehen kann ich an wenigen Fingern abzählen. Kommen diese mit mir mit, wie etwa meine Eltern in Berlin oder meine beste Freundin in Köln kenne ich kein „daheim“ mehr. Ich habe mich anscheinend selbst gegen Heimweh immunisiert.

Wenn man einmal sieht wie groß die Welt ist will man sich nicht mehr auf so wenig beschränken!

Ich bin deswegen aber keineswegs heimatlos, früher habe ich mich auch oft wie eine Feder im Wind gefühlt, immer etwas verloren, inzwischen habe ich mir aber die Fähigkeit angeeignet mich überall wohl und „daheim“ zu fühlen WENN es mir gefällt. Eine meiner Meinung nach große Gabe. Sie macht die Welt zu deiner Heimat.

Isla De Ometepe

Own Less, Do More, Be More – verdammte Schei*e aber auch, Sachen kaufen macht NICHT glücklich!

Meine ganzen Sachen die ich so sehr geliebt habe, mein toller Skianzug, meine Handtaschenkollektion, meine vielen wundervollen Paar Schuhe, mein hipper, moderner, schöner Schmuck haben total an Wert für mich verloren. Ich trage zwar alles noch immer sehr gerne, wäre es aber nicht mehr da würde es mir nicht mehr abgehen, ich habe auch kein allzu großes Bedürfnis mehr viel nachzukaufen.

Ganz besonders Klamotten haben total an Bedeutung verloren, ich liebe es zwar noch mich abends aufzuhübschen, aber die Masse der Dinge die im Schrank hängen hat sich drastisch reduziert. Seh ich etwa ein tolles Teil in der Auslage muss ich es inzwischen im Gegensatz zu früher nicht mehr sofort haben!

Ich kaufe wenn dann nur sehr ausgewählt, gute Stücke die mir lange im Dienst stehen werden, investiere lieber in Dinge die mir länger bleiben wie Tattoos oder eine richtig gute Motorradschutzausrüstung.

Ich habe lieber wenig und das beisammen, ich finde den Gedanken herrlich, dass meine ganzen Sachen gerade 1-2 Waschmaschinen füllen.

Viele Reiseblogger predigen das besitzlose bzw. beisitzarme Leben und Reisen, ich hielt das lange einfach nur für notwendig auf Grund ihres Lebensstils, warum viel anhäufen wenn man es nicht mitnehmen kann.

Auch wenn ich inzwischen riesige Schränke zum Füllen hätte, mehr Geld zum ausgeben, ein Alter in dem man viel mehr Wert legt auf ein gepflegtes Auftreten, hängt mir noch immer das tolle Gefühl nach das ich immer hatte, wenn ich meine ganzen Sachen in 2 relativ kleine und relativ leichte Rucksäcke zusammenpackte.

Es war einfach ein riesen Spaß und ein tolles Feeling wie eine Weinbergschnecke sein Leben auf dem Rücken zu tragen, leicht zu reisen und zu leben, alles unnötige zurückzulassen!

PeruStatussymbole haben ihren Glanz verloren

Angenommen man ist daheim richtig reich, wird man meist auch so behandelt. Viele sonnen sich sogar im Ruhm, Reichtum und Ansehen.

Geht man dann aber so wie man ist woanders hin wo einem keiner kennt fällt das weg.

Wenn man nicht gerade in einem 5*Hotel eincheckt, mit seinem teueren iPad herumwedelt oder Heliflüge macht wie andere Fahrradtouren merken es die anderen auch nicht.

Keiner interessiert sich für dich weil du „reich“ bist, wenn sich jemand für dich interessiert dann aus anderen weitaus schmeichelnderen Gründen.

Klar blicke ich beim FlugCheck-In noch verstohlen in die Schlange des 1. Klasse-Check-Ins, denke mir dann aber eigentlich immer auch wenn der Flug etwas bequemer und die Snacks besser sind, würde ich niemals so viel Geld mehr für den gleichen Flug zahlen. Genau das gleiche gilt für teure Autos, Handtaschen etc.

Klar soll man mit seinem Geld das kaufen und machen was einem Spaß macht, dieser Spaß sollte aber nicht an der Bewunderung anderer bemessen werden. Dann hat man was falsch verstanden.

Costa Rica

Gesundheit kann man nicht erschminken!

An sich lege ich viel Wert darauf gut auszusehen bzw. so auszusehen, was meiner Meinung nach gut ist.

Ich gehe natürlich auch ohne Make-Up außer Haus, aber wenn dann auch nur um Einkaufen zu gehen oder meine Mädels zu treffen. Ja diese Eitelkeit erlaube ich mir. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass ich irrsinnig empfindliche Haut habe, Augenringe ewig nicht verschwinden, mir durchfeierte Nächte lange nachhängen und mich immer wieder kleine Pickelchen quälen.

Nichts was du wahrscheinlich nicht auch kennst. Leider helfen da meine sorgfältigen Reinigungs-/Pflegeversuche, die feuchtigkeitsspendenden, pickel-austrocknenten, porentiefreinigenden, Unreinheiten-abdeckenden Make-Up-Zaubereien auch wenig.

Genau das Gegenteil habe ich mir dann aber auf meiner Weltreise erlaubt, nach kurzer Zeit landete das meiste meines Schminkzeugs im Müll. Mich nervte es mich (zeit-)aufwändig zu schminken, ganz besonders da das meiste eh wieder verwischte.

Ich konnte nicht mehr ewig peelen, Masken aufs Gesicht klatschen, rumdrücken, auszupfen, etc.

Und ich gefiel mir ehrlich richtig gut, meiner Meinung nach sah ich nie schöner oder gesünder aus.

Meine Augenringe verschwanden (trotz des Reisestress und nicht gerade wenig Rum Cola), hin und wieder gab es ein Pickelchen aber das störte nicht mehr.

Ich wurde endlich mal richtig braun (ich bin und bleibe ein ursprünglich blondes und blasses Kasnockerl „gebräunt“ kenne ich kaum), was dazu führte dass meine Augen und Zähne mehr strahlten.

Wenn ich mich mal mit dem Restmakeup aufhübschte, nur mehr um zu unterstreichen oder hervorzuheben, ein bisschen Goldschimmer hier, ein bisschen mehr Drama da. Nicht komplett ein ganzes Gesicht, Frische, Gesundheit per Abdeckstift, Rougewangerl oder Bräunungspuder kreieren.

Genau so ging es mir mit meinen Haaren, alles was ich hatte war meine Lush-Haarseife und hin und wieder wenige Tropfen Arganöl ins nasse Haar, gut durchbürsten, zusammendrehen und Luft trocknen lassen und OMG so schöne, lange und gesunde Haare hatte ich noch nie!

Seitdem ich zu Hause bin habe ich zwar komplett meine Beautyprodukte reduziert und bin auf Naturkosmetik umgestiegen, trotzdem komme ich nicht mehr zu meinem sorgenfreien Aussehen zurück – immer wieder blicke ich in der Früh müde in den Spiegel und ich sehe Augenringe, Stresspickel und stumpfes Haar, da helfen auch nicht die teuersten Behandlungen.

Am Schönsten ist man nunmal wenn man am Glücklichsten ist.

Lake 69

Du bist und bleibst das kleine Mädchen/der kleine Junge deiner Eltern!

Egal wie weit du reist, was für tolle Abenteuer du erlebst, wie selbstständig und meisterhaft du alles regeln wirst – die ersten Fragen deiner Eltern und Großeltern per Skype sind einfach immer: Was kochst du immer schönes? Isst du wohl genug? Wo machst du deine Wäsche? Hast du noch genug Geld?

Genau die gleichen Fragen die ich mir immer anhören musste wenn ich von Graz nach Hause telefoniert habe.

Da habe ich sie schnell abgewimmelt, weil sie einfach nur nervten. Wenn du aber weit und lange von daheim weg bist, freust du dich über sowas. Du beantwortest diese Fragen geduldig und ausschweifend, ganz besonders weil du weißt, dass diese Sachen deine Familie nunmal quälen, sie wollen, dass es dir gut geht, ganz besonders diese alltäglichen Dinge.

In ihren Augen bist du zwar auch der Abenteurer der auf schwindelerregend hohe Berge klettert oder in der Tiefsee taucht, aber auch das kleine Kind, dass sie aufgezogen haben, dem sie das Laufen beibrachten und das Fahrrad fahren. Natürlich wollen sie nicht gerade gerne hören, dass du dieses Wissen dazu verwendest die Death Road in Bolivien runderzubrettern oder Gletscher zu besteigen, das wollen sie dir aber auch nicht nehmen und verhindern, sie wissen ja auch ehrlich, dass sie das nicht können, aber sie wollen wenigstens dazu beitragen, dass es dir im Großen und Ganzen gut geht.

Sorge dafür, dass du ihnen das Gefühl gibst, noch an deinem Leben Teil zu haben, diese Zeit sollte man sich immer nehmen, egal wie weit die Welt nocht ist, die vor einem liegt!

Peru Kuelap Ruinen

„Zum Glück brauchst du Freiheit, zur Freiheit brauchst du Mut“ – Perikles

Wenn das mal keine guten Gründe sind für eine Weltreise oder eine längere Reise ohne große Ziele und Pläne!!

 

Cheerio,

deine Eva.

 

Und wie immer gilt, lesen ist silber, liken/teilen/kommentieren ist gold!

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About

Eva ist das kreative Herz hinter Republic Of Travellers. Sie bloggt seit 2 Jahren und ist auf dem besten Weg die 30-bereisten-Länder-Marke zu knacken, immer dabei ihre Kameras da sie ein unverbesserlicher Foto-Junkie ist! Für mehr...

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