Die Sache mit der Angst
Die Sache mit der Angst
Gefällt mir:

Vor einigen Tagen las ich den Spruch: Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?

Seitdem lässt er mich nicht mehr los.

 

Immer wieder stelle ich mir die Frage was ich tun würde, wenn ich keine Angst hätte…

Im Einzelnen? Würde ich wahrscheinlich Skate- und Snowboarden, ich würde es endlich schaffen mit meinem Motorrad über Gräben zu springen und einen Wheelie anreißen, in Skigebieten nicht die schwarzen Pisten kategorisch meiden, ich würde meine Tauchausbildung fertig machen, ich würde mich vor die große Liebe meines Lebens hinstellen und blabbern, solange bis alles gesagt ist, was ich mich bisher nicht traute zu sagen, ja ich würde sogar endlich mal Karaoke singen und wahrscheinlich noch so einiges mehr.

Im Ganzen? Naja kann man sich ja leicht ausrechnen, ich hätte mehr Spaß, Freiheiten und Erlebnisse. Würde mehr leben und erleben. Mehr riskieren und gewinnen.

Ich habe nunmal Angst.

Und diese Angst hat viele Gesichter.

Man kann Angst davor haben verletzt zu werden, physisch und emotional! Angst davor aus der Masse rauszustechen und angestarrt zu werden. Angst davor haben, dass Menschen die einen lieben Angst um einen haben. Existenz- und Verlustängste sind die gemeinsten! Versagensangst und Prüfungsangst führen oft sogar zu totalen Blockaden!

Dann geht gar nichts mehr. Sie schränkt einen ein. Nein, man schränkt sich selber ein!

Mut

Und zack da ist das Zünglein an der Waage.

Der Schuldige an der Sache.

Man selbst.

Den Angst ist eine reine Kopfsache.

Mut

Entweder man redet sie sich selbst ein oder bekommt es von anderen eingetrichtert. Dass man sich das aber von anderen eintrichtern lässt ist wiederum die eigene Schuld.

So oder so, darfst du also deinen eigenen Kopf dafür verantwortlich machen, warum du deinen Arsch nicht hochkriegst, mal was wagst und dich selbst aus dieser Angst rausfischst. Denn, es ist alles Einstellungssache.

Als bestes Beispiel nehme ich mich selbst.

Diesen Sommer kam mir die Idee, ich lerne das Motorradfahren und kauf mir dann ein Dirtbike.

Trotz der Tatsache, dass ich noch nie auf einem Motorrad gesessen bin hielt ich es für eine grandiose Idee.

Meine Familie und meine Freunden für grandios dämlich!

 

Ich konnte mir zwar viele Zweifel und Ansagen anhören, hauptsächlich sogar von Leuten die selber noch nie gefahren sind, hielt mich aber nicht auf. Vorerst stand ich mir selber also noch nicht im Weg.

So ging es in die Fahrschule, dank eines spitzen Fahrlehrers liefen die ersten beiden Fahrstunden 1A. Keine Sekunde hatte ich Probleme oder ein mulmiges Gefühl. Ich ließ mir zwar mehr Zeit als die anderen, das war mir aber egal. Brauch ich halt ein paar Fahrstunden mehr, lieber langsam als gar nicht!

Dann in der 3. Einheit bekam ich einen neuen Fahrlehrer. Nach der Begrüßung als Schnuggi ging mein Respekt, meine Freude und mein Mut von dannen! Unter seinen Argusaugen und ohne helfenden Zuspruch funktionierte rein gar nichts mehr.

Meine Selbstsicherheit und mein Fahrkönnen waren verschwunden. So ging es dann auch das 1. Mal auf die Straße und über die 100 km/h Marke. Saublöd.

Ich bekam so richtig Scheißangst, fühlte mich unsicher und war heilfroh als ich das Bike in die Garage stellen durfte.

Als Draufgabe gab es noch Ansagen warum ich denn überhaupt den Schein machen will wenn ich doch so ein Schisser sei und dass ich sicher nicht mal Auto fahren könnte.

Alleine im Auto heulte ich dann und überlegte ernsthaft den Kurs abzubrechen.

Ja ganz richtig, den Traum vom Motorradfahren, die tollen zwei Fahreinheiten und die riesen Summe waren vergessen.

Ich habe mir kurze Zeit echt diesen Schwachsinn einreden lassen.

Ausgeheult und 2 Tage später, fasste ich aber wieder Mut, ging zur Fahrschule und bestand darauf meinen alte Fahrlehrer wieder zu bekommen!

Zack, es lief wieder rund. Zwar immer noch ein bisschen eingeschüchtert aber weitaus besser!

Inzwischen hab ich die Prüfung problemlos bestanden, mir ein Bike gekauft und hatte schon schei*e viel Spaß damit.

Ich plane auch mit dem Bike nach Island zu fahren oder am Erzbergrodeo teilzunehmen (jaja lasst mich träumen^^).

Das alles hätte ich nicht/würde ich nicht haben, wenn ich damals meiner Angst nachgegeben und aufgegeben hätte.

Ich würde also im Laufe meines Lebens einiges verpassen!

„Mit weiche Knie hat noch keiner die Welt neu entdeckt“ – STS

(Mit der Ansage, vielleicht tust du dir mit dem Bike aber weh, braucht keiner kommen, klar stimmt schon, Motorradfahren ist gefährlich, aber ich werde mich nie mehr in so eine leichtsinnige Situation begeben, dass ich fahre wenn ich unsicher bin, ich passe auf, habe eine super Schutzausrüstung und weiß langsam auch schon was ich tue! No Risk, Nur Fun also!)

 

Ich kann noch nicht mal sagen, wer dümmer gewesen wäre. Der Fahrlehrer der mir ohne Grund das alles einreden wollte oder ich selber, die es zuließ.

Ok, ja schon gut, ich selber!

Ich hätte mich hinstellen sollen und nein sagen, den Mut haben die Fahreinheit abzubrechen, auf meinem Recht zu bestehen als Kunde ein gute Betreuung zu bekommen. Und definitiv hätte ich nicht mehr fahren sollen!

 

Hier sieht man aber auch sehr gut, dass man die Angst nicht nur bei einem selber in Schach halten muss, man darf sie auch bei keinem anderen anfachen!

Man sollte niemals jemanden einreden, man könne etwas nicht, etwas sei zu gefährlich, Angst schreit laut, nimmt einem die Konzentration und das nötige Selbstbewusstsein, es blockiert und DANN wird es erst gefährlich, wenn man nicht mehr ganz bei der Sache ist.

Viele Extremsportler ziehen sich Tage vor wichtigen Events komplett zurück, weil ihnen die Angst im Blick der Familie zu schaffen macht und einen auf der Rennstrecke, im Cockpit, auf dem Brett oder auf der Piste verfolgen würden.

Im Endeffekt muss man den Weg alleine gehen, bei sich sein, es mit sich selbst ausmachen! Andere dürfen gerne ihre Ratschläge und Wissen weitergeben, sie sollten einem aber nicht vom Weg abbringen! Man selbst weiß nunmal am Besten was man kann.

Man darf nicht vergessen, niemand macht etwas freiwillig vor dem er wirklich richtig richtig Angst hat, Dinge die einem einfach zu viel sind, die man nicht kann oder schafft!

Da schrillen unsere Instinkte und unser Überlebenswillen schon so laut und halten uns davon ab, zum Glück!

Alles andere traut man sich selber zu, man muss nur den ersten Schritt wagen. Der bekanntermaßen ja der Schwerste ist!

Mut

Es macht auch nichts wenn der etwas länger dauert, wenn du vorm Absprung kurz zögerst, lieber nochmal tief einatmest, ein kurzes Gebet gen Himmel schickst, solange du es danach machst und dich nicht aufhalten lässt!

Diese Welt ist zu groß und zu schön, dieses Leben kann dir so viel bieten, wenn du dich nicht einschüchtern lässt und dich in der Ecke versteckst, wenn du deinen Ängsten die Stirn bietest!

Mut

Also…

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?

Und warum tust du es nicht trotzdem?

 

Cheerio,

deine Eva.

(Die sich gleich mal wieder auf das Bike schwingen wird und das mit dem Springen übt!)

 

 

Und wie immer gilt, lesen ist silber, liken/teilen/kommentieren ist gold!

Also ran an die Tastatur, ich will deine Meinung hören!!

Auf Facebook findest du mich hier.

 

 

 

 

 

 

About

Eva ist das kreative Herz hinter Republic Of Travellers. Sie bloggt seit 2 Jahren und ist auf dem besten Weg die 30-bereisten-Länder-Marke zu knacken, immer dabei ihre Kameras da sie ein unverbesserlicher Foto-Junkie ist! Für mehr...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*