London, ein gebrochenes Herz, eine Grippe und ich
London, ein gebrochenes Herz, eine Grippe und ich
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Da ich nicht nur über die schönen Dinge am Reisen und vom Leben schreiben will, brennt mir folgende Story schon länger unter den Nägeln.

Warum ich dann so lange damit gewartet habe? Weil die Art wie es dazu kam mich nicht gerade stolz macht bzw. sie nicht gerade erzählenswert ist. Denn wie schon hier einmal erwähnt war das Reisen für mich oft eine Art vor meinen Problemen wegzurennen.

Bei meinen bisher kleinen Problemen ging das immer gut, ich konnte mich gut ablenken, hab manchmal durch die Entfernung eine andere Sicht auf die Dinge bekommen und sie dadurch gelöst manchmal auch nur erfolgreich verdrängt und neue Kraft geschöpft.

Bis ich einem großen Problem davonlaufen wollte, nämlich dem traurigen Ende einer für mich großen Liebe.

London

Schier davon überwältigt habe ich schon im Alltag durch viel Ablenkung, Parties, Arbeit, Freunden und Kurztrips in der Heimat versucht dem Schmerz zu entkommen. Mich ihm ja nicht zu stellen!

London

Eine Einladung zu einer Bloggerreise nach Hamburg im Dezember 2014 kam da gerade richtig. Anschließend wollte ich mir noch eine geile Zeit in London machen und mich mit der Weihnachtsbeleuchtung, Shopping, Sightseeing und massenweise Gewusel und Fusel ablenken. Bisher hat mich mein lebendiges London noch nie im Stich gelassen wenn es darum ging mich zu unterhalten und abzulenken.

Dann kam es zu meinem Abflugtermin für Hamburg und ich musste meinem vorübergehenden Lebensstil aus viel Feiern, zu viel Alk, zu wenig Schlaf und gesunden Sachen Tribut zollen und es bahnte sich eine leichte Grippe an. Meinem mieser Schlafrhythmus und meinem extrem früher Abflugtermin dankend kam ich auch nicht zum Schlafen.

Die nächsten vollgestopften vier langen Tage und 3 kurzen Nächte gaben mir endgültig den Rest, sodass ich mich gerade noch ins Hostel in London schleppen konnte.

So konnte ich definitiv nicht in einem Schlafsaal pennen.

Zweibettzimmer? Fehlanzeige. Vielleicht woanders.

In einem anderen Hostel bekam ich ein teures Zweitbettzimmer, im Untergeschoss, ohne Fenster und ohne anständiger Heizung.

Da lag ich nun.

Schwer krank, alleine, ohne WLAN im Zimmer.

Und es kam hoch.

Alles wovor ich davonzulaufen versuchte.

Es traf mich wie ein Donnerschlag, mit der Aussicht auf 3 Tage emotionaler Schlechtwetterfront bis zu meinem Flug nach Hause. Ich checkte die Flüge retour die aber zur Vorweihnachtszeit so hoch waren, dass ich es beim Gedanken beließ.

Am ersten Tag schaffte ich es gerade mal zum Supermarkt und in die Apotheke und zelebrierte ein klassisches Beziehungsende mit kalten Fertignudeln, tonnenweise Süßigkeiten und glotzte Sex and the City. Heulte. Glotzte weiter. Heulte Weiter. Glotzte. Heulte.

Mensch war ich froh, dass ich meinen Laptop samt Festplatte randvoll mit Serien dabeihatte.

London

London

Am nächsten Tag ging es mir zwar schon körperlich besser, aber emotional noch mieser.

Mir fehlten meine Freunde und der Kontakt zu anderen. Im Hostel waren hauptsächlich Pärchen oder feiernde Mädelsgruppen. Inklusive mitleidiger Blicke wenn ich mich im Waschraum verheult an den sich schminkenden Mädels vorbeidrückte.

So verbrachte ich den Tag beim Bummeln, heulte hinter der Sonnenbrille. Dann auch ohne. Machte kaum Fotos, was bei mir echt was heißen soll. Shoppte Schrott und kaufte mir noch mehr Süßigkeiten. Am Abend, Staffel 3 und 4 here we go.

Die nächsten Tage waren auch nicht besser. Der einzige Lichtblick ein Trip zur Harry Potter Tour.

London

London

Die restliche Zeit verbrachte ich betrübt und einsam, immer auf der Suche nach dem nächsten WLAN-Hotspot um mit meiner besten Freundin zu schreiben und endlich kapierend, dass man Problemen nicht davonlaufen kann.

Bis meine Reise um war, ich aufwachte um meinen Flug nach Hause zu kriegen. Und fast wieder gesund war.

Meine Fresse hab´ ich mich verarscht gefühlt. Aber endlich habe ich es eingesehen und viel daraus gelernt und mich daheim für erste auch komplett zurückgezogen. Das Alleinesein bewusst gewählt, mit der Option, dass ich  mich auch jederzeit bei meiner besten Freundin ausheulen und -maulen kann.

So konnte ich mich endlich um mich selber kümmern, musste nicht andauernd irgendwas organisieren, musste weniger heulen und konnte mit einem klaren Blick an die Sache gehen. Seitdem versuche ich mich auch nicht mehr darum selbst zu betrügen und meinen Problemen davonzulaufen, sondern gehe sie gleich an, denn das Leben lässt einen nicht aus, was man Lernen soll, muss man wohl lernen, notfalls auch auf die richtig hässliche Art und Weise.

London

Ich hab auch geschnallt, so sehr ich das Reisen auch liebe, ich es besser lassen sollte, wenn es mir nicht gut geht. Wenn mein Leben im Sturm hin- und herschwankt sollte ich persönlich nicht die Segel hissen um in die Ferne zu gehen sondern den Anker werfen und mich in meiner vertrauten Umgebung, mit den mir lieben Menschen darum kümmern! Oder diese Menschen mitnehmen, geht auch.

Viele predigen immer vom Alleine reisen und wie sehr es einen zu sich selbst bringt. Für manche mag es der richtige Weg sein, für mich definitiv nicht. „Es ist interessant wie schön es ist wenn man alleine sein kann und wie schlimm wenn man alleine sein muss!“

Man muss nicht weggehen um bei sich zu sein, für kleine Probleme ist es eine gute Art und Weise um se zu lösen bzw. um oftmals draufzukommen, dass diese kleinen Probleme oft nichtmal Probleme oder rein hausgemacht sind.

Gehst du aber durch eine schwere Zeit, eine schlimme Lebenskrise, hast einen großen Verlust hinter dir, ein gebrochenes Herz, einen herben Rückschlag rate ich dir ist der beste Ort für dich dort wo die Menschen sind die sich von Herzen um dich kümmern, die dich auffangen, dir alles Unnötige abnehmen, damit du den Kopf, das Herz und den Blick frei hast um dich um deine Sorgen zu kümmern.

 

In Liebe,

deine Eva.

 

Und wie immer gilt, lesen ist silber, liken/teilen/kommentieren ist gold!

Also ran an die Tastatur, ich will deine Meinung hören, hast du auch schon eine so schwere Zeit auf Reisen durchgemacht?

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About

Eva ist das kreative Herz hinter Republic Of Travellers. Sie bloggt seit 2 Jahren und ist auf dem besten Weg die 30-bereisten-Länder-Marke zu knacken, immer dabei ihre Kameras da sie ein unverbesserlicher Foto-Junkie ist! Für mehr...

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