Mein Social Media Manifest – Lieber Real Life Blogger
Mein Social Media Manifest - Lieber Real Life Blogger
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Es ist Sonntagnachmittag und eine Bloggerin sitzt an ihrem PC und haut fleißig in die Tasten für einen neuen Beitrag.

Links von ihr steht der Matcha Latte, rechts der Terminkalender samt farblich abgestimmten Post It´s, hinten auf ihrem PC leuchtet ein angebissener Apfel und am Boden liegt der Rassehund herzallerliebst zusammengedreht. Ihre Wohnung ist weiß, die Bilder avantgardistisch, sie selbst ist leicht geschminkt und trägt den momentan modernen Roséschmuck über ihrem Streifenshirt. Dazu die weißen Chucks und es läuft.

 

Die Wahrheit.

Es ist Sonntagnachmittag und ich sitze am PC.

Neben mir steht eine Dose Red Bull, daneben noch eine alte die ich vergessen hab leerzutrinken. Einen Terminkalender gab es bei mir im Leben sowieso noch nie. Mein PC ist kein MAC, denn meine Computerkenntnisse beschränken sich noch auf die Zeit als ich das Zehnfingersystem auf einer Schreibmaschine gelernt habe, daher bleib ich bei meinem altvertrauten Windows. Daneben liegt aber eine angebissene Banane.

Mein Hund, ein falsch proportionierter Mischling liegt wahrscheinlich mit seinen dreckigen Pfoten auf meinem Bett und saut alles ein. Hinter mir steht der Wäscheständer von dem schon einige Socken auf´m Boden gefallen sind.

Ich trage ein altes Bandshirt das nicht mehr schwarz sondern inzwischen grau ist und meine bequemste Leggings mit dem Liebhaberloch vorn am Knie. Hätte ich einmal im Leben im Haus meine Chucks getragen hätte mich meine Mama mit dem Besen rausgescheucht und sogar wenn ich mich bemühe finde ich in meinem Heim keine einzige weiße Fläche auf der ich mein Essen perfekt ausleuchten und ablichten könnte.

Geschminkt bin ich seit zwei Tagen nicht mehr und hab mir gerade nicht etwa die hippe Gesichtsmaske von der hippen Drogerie draufgemacht sondern einfach Olivenöl, das gleiche Olivenöl mit dem ich vorher meinen Salat angemacht habe.

Nein kein Babyspinat-Avocado-Sonnenblumkern-Salat, sondern Tomatensalat. Dazu ein Toast. So Old School, dass es schon fast wieder hip sein könnte.

Das snappe ich natürlich nicht, interessiert ja auch keinen. Und nein ist auch nicht ansehnlich. Aber die Wahrheit.

 

Warum schreibe ich aber dann hier darüber?

Weil ich seit einiger Zeit gewaltigen Frust schiebe im Bezug auf den ganzen Social Media Lifestyle Tam Tam der sich immer weiter in unser aller Leben schleicht. Es teilweise sogar schon bestimmt!

Aber auch ich bin auf diesen Hype-Zug aufgesprungen, die Fahrtrichtung passt mir aber gar nicht mehr.

Die Zugriffs- und Erfolgszahlen der großen Blogger und Online-Entrepreneure wachsen und wachsen, es wird immer mehr gehyped, immer mehr gepostet, geliked, geshared und ganz besonders kopiert.

Die Fahrtrichtung und das Tempo sind in einer so reizüberfluteten Welt automatisch vorgegeben, wenn du da mithältst und mitfährst nimmst du auch die Massen mit und kannst sie begeistern. So kommst du zu hohen Zugriffszahlen und kannst fetten Erfolg verbuchen.

Um da noch herauszustechen muss es immer innovativer, persönlicher und extremer werden. Man muss überall, alles liefern. Auf allen Kanälen posten, in jeder Hand quasi ein Gerät, links das Handy zum snappen, rechts die Kamera für den Vlog auf Youtube, über dir brummt die Drohne während du dir die GoPro auf die Stirn geschnallt hast.

Facebook erzählt man seinen Followern Dinge die man nicht mal im Whatsapp-Chat seinen Freunden erzählen würde. Ist es mal ruhig twittert man, holt sich „Inspiration“ auf Instagram oder Pinterest.

Was aber wenn ich das alles nicht will? Wenn ich mein eigenes Tempo vorgeben will, wenn ich es lieber authentisch, ehrlich und unabhängig angehen will? Dann muss ich zu Fuß gehen, was viel Mühe kostet und wenige mir folgen lässt?

Klingt nicht so geil, so verheizt du deine Kreativität und bloggst am Fließband, gehst Kooperationen ein, die eher nach Co-Abhängigkeit aussehen als Zusammenarbeit und dein Auftritt und deine Meinung gehen unter. Du bist jemand ja. Aber einer von vielen. Vielen Gleichen.

Einige Male dachte ich inzwischen sogar schon daran meinen Blog und alles zu löschen, denn der Druck der sich immer weiter aufbaute, interessierte mich nicht mehr.

Denn ich will mein eigenes Ding durchziehen und hab keinen Bock meine Stimme und Meinung so lange zu überfiltern, taggen und SEO optimieren bis sie in dieser reichweiten-geilen Welt geliked und geshared wird. Dislike!

 

Kooperationen lehne ich schon seit langem ab, seitdem ich einmal in einen gewaltigen Interessenskonflikt geraten bin, weil meine 3 Sterne Meinung nicht in das Bild eines 5 Sterne Hotels gepasst hat.

Ich hasse Twitter und hab es auf meinem neuen smarten Phone gar nicht mehr installiert. Den Sinn von Pinterest verstehe ich bis heute nicht.

Auf Facebook tue ich mir schwer so zu posten als würde ich meine Follower persönlich kennen, denn sind wir uns mal ehrlich, nicht mal auf meiner privaten Facebook-Seite kenne ich alle persönlich.

Meine Youtubevideos schneide ich lieber schnell und mit dramatischer Musik, lebendiger, lustiger,  auch wenn der Trend eher zu ruhig, inspirierend und same same but different tendiert.

Ich liebe Instagram, aber meine Art zu posten, ohne einheitlichem Farbschema, immer um Natürlichkeit bemüht, ohne das Bildbearbeitungsprogramm bis zum Anschlag auszureizen liefert Erfolg aber im kleinen Maße. Quasi realtime.

 

Aber und hier liegt der Unterschied zwischem einem Like und „Du Gefällst Mir“.

Die Fans die ich bekomme sind echt, folgen mir auf Dauer, nicht nur dauernd, schreiben mir, liken nicht aus Gewohnheit sondern aus echtem Interesse! Hören mir zu, sehen nicht nur meine Bilder.

Und genau so will ich das.

 

Genau wie im echten Leben will ich tun und lassen können was ich will.

Ich will keinen Trends hinterherlaufen, nicht nur eine Nische bedienen, vielfältig sein, Fehler machen dürfen, ungeschminkt sein, die ungeschminkte Wahrheit zeigen, meine echte Meinung sagen.

Ein Real-Life-Blogger sein und damit Erfolg haben. Nicht andere kopieren. Nicht dem Pfad folgen, sondern andere Wege aufzeigen.

Keine Beiträge schreiben nur weil die Google Keyword Search große Aufmerksamkeit verspricht. Nicht meine schwere und teure Kamera mitschleppen, dann aber das Foto mittels Programm überbelichten weil „Die Bilder auf Instagram mit dem meisten Erfolg zu 30% überbelichtet sind“ – ich könnte kotzen und meine Kamera gleich hinterherschmeißen.

Natürlich kann auch ich mein Frühstück auf Snapchat posten, nur ist mein Smoothie meist nicht grün sondern kackbraun und mein Müsli schaut aus als hätte es schon eine Runde in meinem Magen gedreht. Wenn ich dann noch lese, dass rosa Cafe Latte gerade modern sind, werfe ich das Handtuch in die Ecke mit der alten Pizzaschachtel.

Genauso halte ich meine Privatsphäre trotz Blog etc. hoch, würde nie ein Foto meiner Familie posten, sollte ich mal eine Beziehung haben werde ich auch diese im Hintergrund verstecken. Ich will mein echtes Leben klar von einer virtual Reality unterscheiden. Umso mehr ich zeige umso mehr folgen mir? Nein danke.

Ich lebe am Lande und bewege mich nicht in High Society Lokalen an der Donau sondern spaziere lieber barfuß an der Raab. In meinem Lieblingslokalen gibt es keine Smoothies oder Frühstückbowls, dafür hole ich mir das Bier kistenweise im Angebot. Ich shoppe keine Outdoorklamotten in knalligen Farben, nur weil kontrastreiche Fotos mehr gefällt mir bringen, wenn es mir aber nicht gefällt.

Ich mache kein Yoga, sondern schreddere lieber mit einem Dirtbike durch den Wald. Meine Sportschuhe sind nicht neonfarben und angesagt, sondern ausgelatscht und vier Jahre alt.

 

Warum solltest du mir dann aber folgen? Wie will ich dich denn dann bei Laune halten?

Bist du nicht bei anderen Bloggern besser unterhalten?

 

Eine Freundin sagte zu mir, sie habe Snapchat wieder gelöscht, weil 9 von 10 Leuten ihr Essen posteten. Und alles gleich aussah.

Und ich selbst bin gleich, ich selber verfolge die Blogger, Youtuber,…Szene und bin nach einiger Zeit fast allen wieder entfolgt. Mich interessieren Inhalte und keine Oberflächlichkeiten, ich will Mehrwert. Mehr wertvolle Beiträge. Denn wenn du mir folgst, investierst du deine Zeit und spätestens die ist wertvoll.

 

Mein Blog und seine Social-Media-Ausläufer sind ein Einblick in mein Leben, wenn ich ihn schon gebe, dann will ich auch etwas G´scheites sagen, denn ich bin der festen Überzeugung entweder man sagt etwas G´scheites oder man ist besser still.

Und ich will kein Teil dieser Welt sein, die um jeden Like wetteifert, sich selbst immer wieder überarbeitet und optimiert um vielen zu gefallen und viele Gefällt mir einzuheimsen.

Und so will ich es dir vorleben.

Ich zeige mich ehrlich ungeschminkt – quasi 1.0 als es noch keine falschen Wimpern gab und ohne Filter.

Bei mir kannst du dir keine Tipps für Trends holen, dafür aber mehr Tiefsinn und Anstöße für die Dinge die im Leben wichtiger sind als It-Pieces, Shopping Hauls oder Deko-Tipps.

Ich kann dir meist keinen Tipp für ein hippes Cafe in Berlin Mitte liefern, dafür aber, dass der neue Zwei-Prozent Radler von Puntigamer der Hammer ist und er auf meinem Balkon aus der Flasche noch besser schmeckt.

 

Followerzahlen bedeuten mir nicht die Welt, daher schert es mich nicht, wenn manche abspringen, nachdem sie das hier lesen. Lieber wenige Anhänger, als viele Follower. Lieber eine kleine Community, die aber auch eine ist. (Auch Jesus hatte nur 12 Follower äh Anhänger und schaut wo er jetzt steht – höhö).

Qualität geht immer vor Quantität!

 

Ich muss meinen Blog nicht zu einem Business aufbauen und davon leben, sondern will eher eine Bewegung daraus machen. Einnahmen? Wären nice, sind aber nicht notwendig. Ich habe Zeit in dieser schnelllebigen Welt. Ich muss mich nicht andauernd updaten um up to date zu sein.

Ich bleibe mir lieber treu und warte was passiert, denn ich bin überzeugt, dass die die am lautesten Sprechen am wenigsten zu sagen haben. Ich verkaufe meine Prinzipien nicht um Links zu verkaufen.

Von den Dingen die ich hier weiterempfehle bin ich absolut überzeugt und kann sie dir ans Herz legen und ich bin mein Chef und nicht ein Schaf einer Social Media Kampagne oder eines Business-Planes.

Ich poste nur über Dinge die dich zum Lachen oder weiterbringen sollen, oder dich zum Nachdenken.

Ich gebe meine Erfahrung ehrlich weiter, die guten und die schlechten. Will frischen Wind reinbringen, ohne heiße Luft.

 

Hater? Go Like Yourself!

#Eva

 

 

 

About

Eva ist das kreative Herz hinter Republic Of Travellers. Sie bloggt seit 2 Jahren und ist auf dem besten Weg die 30-bereisten-Länder-Marke zu knacken, immer dabei ihre Kameras da sie ein unverbesserlicher Foto-Junkie ist! Für mehr...

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