Mut vor der Angst und Angst vor dem Mut
Mut vor der Angst und Angst vor dem Mut
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Immer wieder wird mir gesagt ich sei so mutig.

Mutig.

Per Definitionem also wagemutig, unerschrocken, entschlossen und mannhaft.

Aja das mit dem mannhaft lassen wir besser mal.

Würde ich mich selber beschreiben müssen würden diese Worte aber nicht fallen.

Sondern eher Worte wie sehr durchdacht, wenn nicht gar kopflastig, spontan ja, aber nicht unüberlegt, zielgerichtet, aber nicht um jeden Preis.

Ja für manche bin ich in vielen Situationen auch sehr mutig.

Meiner Meinung nach bin ich es weniger.

Und hier kommen wir zum springenden Pünktchen.

Mut bzw. ob jemand mutig ist ist reine Ansichtssache, subjektiv. Und sehr situations- und erfahrungsbedingt.

Podersdorf

Bei mir zum Beispiel kommt es auf den Lebensbereich an.

Ist es eine Herzenssache kann ich richtig groß sein, geht es um die Liebe, meine Freunde oder Familie, um das Wohl von Tieren oder eine meiner Leidenschaften läuft es, ansonsten bin auch ich schnell ganz klein.

Glauben viele nicht die hier mitlesen oder dich mir da draußen in der Welt begegnen, klar sehen sie mich wenn dann nur in Action, in perfekt getimten Fotos und Videos, mal hier, mal dort, überall auf der Welt, auch mal alleine. Und das noch als junge Frau. Mann Mann da muss was dahinterstecken.

 

Ja da steckt einiges dahinter.

Oft wochenlange Vorbereitung, schlaflose Nächte und viele Sorgen ob denn alles gut gehen wird.

Andererseits aber auch jahrelange Erfahrung, mehrere Kreditkarten die ich im Notfall elegant auf den Tisch knallen kann um mir ein tolles Hotel, einen privaten Transport oder sogar einen Rückflug zu sichern. Teure (Schutz-)ausrüstung die ich lange getestet habe und der ich vertrauen kann. Ein Auto das vor Roadtrips genau durchgecheckt wird. Wenn ich alleine mit den Ski unterwegs bin blinkt mein GPS-Tracker lustig im Rucksack vor sich hin. Topversicherungen die mir die Sorge um den Notfall nehmen. Teilweise sogar langes Training im Fitnesscenter oder spezielle Schulungen. Und so weiter und so fort.

Genauso auch viele Rückzieher, Anläufe, Versuche. Gescheiterte. Du siehst meist nur die irgendwann Geglückten.

Ich schreibe hier nicht von den Reisen die ich vor Bammel nicht angetreten bin. Die Sportarten die ich nicht ausführe (zB meine abgebrochene Tauchausbildung weil ich Angst vorm offenen Meer und Tiefen habe). Die vielen Zettel auf denen ich die Adresse meines Hostels, die Wegbeschreibung, die GPS Koordinaten etc. aufgeschrieben habe um mich ja zurechtzufinden, bleiben unerwähnt. Die vielen Tage auf Reisen an denen ich keinen Anschluss gefunden habe und alleine blieb weil ich mir schwer tue auf Menschen zuzugehen.

 

Ja das steckt alles dahinter und das siehst du gar nicht.

*Mist jetzt hab ich wohl meine ganzen Geheimnisse verraten – Smile*

Österreich

Viele glauben zum großen Abenteuer braucht es eine große Portion Mut. Immer. Die ganze Zeit.

Hat man aber einige dieser Abenteuer selber erlebt, sieht man das anders. Hat man dem Zauber, der keineswegs faul ist, versteh mich nicht falsch, durchschaut.

Daher sollte man sich selbst auch nicht davor stoppen sich in die Ferne zu träumen, große Reisen zu planen, ein riskantes Hobby anzufangen, nur weil man Angst davor hat, Mut bräuchte. Den man der eigenen Meinung nach ja nur selten hat.

Heutzutage ist es nicht mehr schwer kreuz und quer um die Welt zu reisen wenn man genug Kleingeld dafür übrig hat. Teilweise braucht man sogar wirklich nur mehr kleines Geld dafür und kann richtig gut leben. Es gibt nur mehr wenige Plätzchen auf dieser Welt die nicht wenigstens teilweise vom Tourismus erschlossen sind. Überall Free Wifi Sticker, Internationale Essensketten, Englisch breitet sich immer weiter aus, geführte Touren bis zur Kreuzfahrtweltreise kann man ohne Probleme ritsch ratsch buchen. (Das Ritsch Ratsch ist übrigens der Klang der Kreditkarte die dafür benutzt wurde).

Und das ist spitze, genau das sollte man ausnutzen! Die Welt ist kleiner geworden, sie zu bereisen einfacher. Viele Sportarten sind nicht nur mehr durchgeknallten Typen vorbehalten. Es gibt zwar nur mehr wenige große Abenteuer, dafür aber unzählig viele „kleine“ Abenteuer die du praktisch schon beim Vorbeigehen erleben kannst.

Mondsee

Und solltest.

Du musst nur den Entschluss dazu fassen, deinen Arsch aufzukriegen, das Mindset oftmals ändern – und ja dafür braucht man Mut.

Am Anfang. Umso öfter man sich dazu überwinden kann, umso leichter fällt es einen. Versprochen! Die Ängste die du anfangs runterschlucken musst, werden dir irgendwann vergehen und bleiben weg!

 

War ich am Anfang meiner Reisen noch schrecklich nervös und aufgeregt, habe ich ewig vorgeplant, regelrecht einen Zeitplan für meine Reisetage und Vorhaben erstellt, konnte die Nächte vor der Abreise kaum schlafen, bin ich inzwischen richtig gechillt.

Man lernt was man packen muss, wie man packen muss. Weiß was schief gehen kann und verhindert das schon (meist) erfolgreich im Vorhinein. Kriegt ein Auge für gute und gefährliche Aktionen und Gegenden. Entwickelt ein super Absicherungsnetz für den Fall der Fälle. Und kann die Reise umso mehr genießen, ohne Sorgen, Stress und Druck.

Reisen Anfangen

Werd ich beklaut, alles klar ich habe genug Reservegeld und eine zweite Kredit- und Bankomatkarte versteckt. Kommen mir meine Dokumente abhanden habe ich Kopien in der Dropbox. Finde ich kein WLAN schalte ich einfach auf Roaming, fresse zwar die teils enormen Gebühren, bekomme aber meist eine Verbindung zusammen. Komme ich alleine mal nicht weiter frage ich andere Reisende, ansonsten Frauen mit Kindern oder suche nach der Polizei. Das Wort Polizei, Arzt und Hilfe lerne ich als erstes in der Landessprache. Werde ich richtig krank hau ich mir mein massives Breitbandantibiotkum rein und fliege nach Hause (vielleicht sogar auf Kosten meiner spitzen Reiseversicherung).

Alles B-Pläne, alles Erfahrung – und ich wirke nach außen sehr ruhig und tja mutig. Dabei bin ich nur (reise-)erfahren.

Klar kann noch so vieles andere schief gehen, kann es daheim auch. Wenns mir zu gefährlich oder unsicher ist lasse ich auch vieles.

In anderen Bereichen (die du meist nicht mitkriegst) bin dann auch ich wieder ein riesen Hosenschei’er, so brauche ich weniger Zeit um mich für eine mega Reisen zu entscheiden als für eine neue Haarfarbe. Hatte ich mega Schiss vorm Motorrad fahren, habe ich diese Angst jetzt beim Downhill fahren nicht mehr. Ich schaffe es nur mit einem Arschtritt meiner Freundin vor lauter Nervosität zu einem ersten Date, klettere aber ohne Bedenken in einen Flieger.

 

Es wäre ein Fehler den inneren Schweinhund nicht zu überwinden und nicht zu reisen, nur weil man den Angsthasenmodus angeschaltet hat.

 

Du zweifelst noch an dir selber? Hältst dich nicht für mutig genug? Machst dir noch in die Hose?

Macht nichts, das legt sich, versprochen! Du musst nur einmal deiner Angst und der gar nicht so schlimmen Realität in die Augen blicken und siehst, dass gar nicht so viel dahinter stecken muss um unglaublich Tolles zu erleben.

Und zur Sicherheit pack einfach noch eine Hose ein 😉

 

Cheerio und High Five,

deine Eva.

 

Und wie immer gilt, lesen ist silber, liken/teilen/kommentieren ist gold!

Also ran an die Tastatur, ich will deine Meinung hören! Hast du noch etwas Angst? Schreib mir, für einen letzten Schubs und eine digitale Umarmung!

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About

Eva ist das kreative Herz hinter Republic Of Travellers. Sie bloggt seit 2 Jahren und ist auf dem besten Weg die 30-bereisten-Länder-Marke zu knacken, immer dabei ihre Kameras da sie ein unverbesserlicher Foto-Junkie ist! Für mehr...

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